Artikel



Manchmal helfen einfachste Mittel, Allgemeine Zeitung Mainz
Datum 22.03.2018
Autor Jürgen
Links n/a
Bewertung

Seite 1 von 1
REPAIR-CAFÉ Im Nieder-Olmer Juhubuhaus bringen ehrenamtliche Tüftler defekte Geräte wieder in Schuss

Von Klaus Mümp­fer

NIE­DER-OLM. Jür­gen Fi­scher hol­te sich be­reits ein­mal beim Re­pair-Ca­fé im Nie­der-Ol­mer Ju­hu­bu­haus Hil­fe. „Ich bin mit dem Ser­vi­ce sehr zu­frie­den“, sagt er. „Beim er­sten Mal hat­te ich ei­ne Mu­sik­tru­he mit­ge­bracht, bei der die Sen­de­sta­tio­nen im­mer wie­der weg­wan­der­ten. Da gab mir ei­ner der Re­pa­rier-Ex­per­ten den Rat, es auf der Ra­dio­wel­le mit Spray zu ver­su­chen und sie­he da: Es funk­tio­nier­te.“ Jür­gen Fi­scher steht spon­tan auf und be­dankt sich bei dem Mit­ar­bei­ter des Re­pair-Ca­fés für die­sen Tipp. „Manch­mal hel­fen schon die ein­fa­chen Mit­tel“, wirft Ebe­rhard Rath­geb, der Vor­sit­zen­de des Se­nio­ren­bei­ra­tes der Ver­bands­ge­mein­de Nie­der-Olm ein. Schließ­lich ist die mo­nat­li­che Ein­rich­tung ein An­ge­bot die­ses Gre­mi­ums.

Kern­mann­schaft be­steht aus 15 Mit­glie­dern

In die­sem März 2018 be­steht das Re­pair-Ca­fé drei Jah­re. Je­den zwei­ten Sams­tag im Mo­nat von 10 Uhr bis 14 Uhr lei­ten die 15 Mit­glie­der des Te­ams Rat su­chen­de Bür­ger bei der Selbst­hil­fe an, set­zen nach dem Mot­to „re­pa­rie­ren ist bes­ser als weg­wer­fen“ in­stand. Es ge­he um die Scho­nung der Res­sour­cen und um die Um­welt, stellt Rath­geb fest.

Die 15-köp­fi­ge Kern­mann­schaft der „Re­pa­rie­rer“ wird er­gänzt um fünf Hel­fe­rin­nen, die wäh­rend der War­te­zei­ten Kaf­fee und Ku­chen an­bie­ten und die Zet­tel der Auf­trä­ge ver­wah­ren. An die­sem Sams­tag wur­den be­reits 27 de­fek­te Ge­rä­te un­ter der ge­schick­ten An­lei­tung der Re­pa­ra­teu­re an den ver­schie­de­nen Sta­tio­nen be­gut­ach­tet. Auf Ti­schen ste­hen Schil­der, die die Me­cha­nik-Sta­ti­on, die Elek­tros­ta­ti­on oder den Tex­til­tisch aus­wei­sen. Fünf Ma­schi­nen konn­ten bis zum Mit­tag nicht zum Lau­fen ge­bracht wer­den, fünf wei­te­re stan­den als un­er­le­digt auf der Lis­te.

„In der Re­gel ste­hen et­wa zwei Drit­tel ge­lun­ge­ner Re­pa­ra­tu­ren auf der Er­folgs­bi­lanz“, sagt der Vor­sit­zen­de des Se­nio­ren­bei­rats stolz. Zum Te­am der Re­pa­ra­teu­re zäh­len bei­lei­be nicht nur äl­te­re Her­ren. Auch jün­ge­re Mit­ar­bei­ter ste­hen im Dienst der gu­ten Sa­che.

Doch zu­rück zu Herrn Fi­scher. Die­ses Mal hat er ein al­tes Uhr­werk mit­ge­bracht. Ex­per­te Win­fried Har­ren spricht von „Pen­del­jus­ta­ge“ denn er weiß, dass die Uhr oh­ne Pen­del nicht funk­tio­niert. Er und sein Kun­de sind op­ti­mis­tisch, dass sie bald wie­der geht.

Fern­seh­ap­pa­rat ist de­fi­ni­tiv ka­putt

We­ni­ger Glück hat Tors­ten Mül­ler, der ein de­fek­tes Fern­seh­ge­rät auf den Tisch legt. Jür­gen Klu­te er­klärt dem jun­gen Mann zwar die Tei­le der elek­tro­ni­schen Chas­sis, doch er kann das Ge­rat nicht re­pa­rie­ren. „Dann müs­sen wir not­ge­drun­gen ei­nen neu­en Fern­se­her kau­fen“, sagt des­sen Ehe­frau. Die „hei­len­den Hän­de“ von Ed­mund Schlen­ker lobt da­ge­gen Fer­di­nand Ut­ner, der mit ei­ner nun funk­tio­nie­ren­den Espres­so-Ma­schi­ne von dan­nen zieht.

„In der Re­gel kom­men an ei­nem Sams­tag et­wa 35 bis 40 „Kun­den“, schätzt Rath­geb. Will­kom­men sind Alt und Jung. Aber auch Hil­fe su­chen­de Men­schen aus an­de­ren Or­ten der Ver­bands­ge­mein­de sind will­kom­men, stellt der Se­nio­ren­bei­rat klar. Ge­lieb­te Din­ge kön­nen wei­ter ge­nutzt wer­den, neue Fä­hig­kei­ten sind der will­kom­me­ne Ne­ben­ef­fekt. Al­le Re­pa­ra­tu­ren sind kos­ten­los – auch wenn an der Tür ei­ne Spen­den­box steht.

„Min­des­tens vier Mal im Jahr be­su­chen wir mit re­du­zier­tem Per­so­nal Kin­der­ta­ges­stät­ten“, be­rich­tet Rath­geb. De­ren Lei­te­rin­nen sind dank­bar für die Ab­wech­slung“. Kin­der brin­gen ka­put­tes Spiel­zeug mit, han­tie­ren mit Leim und Schrau­ben. „Dann kle­ben wir Holz­fi­gu­ren, re­pa­rie­ren Pup­pen und Dra­chen“. Beim jüngs­ten Be­such der Ki­ta in Zorn­heim wa­ren die Se­nio­ren höchst will­kom­men. Drei wei­te­re Ta­ges­stät­ten ste­hen in die­sem Jahr noch auf der Lis­te.

Das Re­pair-Ca­fé sucht stets wei­te­re Mit­ar­bei­ter. „Sie ha­ben be­son­de­re Kennt­nis­se, Fä­hig­kei­ten oder hand­werk­li­che Be­ga­bun­gen?“, fragt ein Fly­er. „Je mehr Men­schen ihr Wis­sen und Kön­nen eh­ren­amt­lich zur Ver­fü­gung stel­len, um­so bes­ser, meint der Vor­stand.

images/articles-pics/57_1521707707.jpg
(Zum Vergößern, hier klicken!: 773x677px, jpeg)

Zum Bewerten musst du registriert und eingeloggt sein!




Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

Copyright by Xensystems